"Konflikte lassen sich nur mit einer Denkweise lösen, die sich von der Denkweise, die den Konflikt ausgelöst hat, unterscheidet."
(Albert Einstein)
Anforderungsprofil
Mediator/In ist keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Jeder kann Mediator/In sein. Er/Sie übt eine spezifisch eigenständige Tätigkeit in eigener sozialer Kompetenz und Reputation aus. Wenn auch häufig Juristen/Juristinnen als Mediatoren/Mediatorinnen tätig sind:
Die Mediation unterliegt nicht der juristischen Berufslogik und ihrer Konzentration auf Rechtsnormen. Es bedarf auch keiner sozio-therapeuthischen oder anderweitigen berufsspezifischen Vorbildung.
Mediation ist ein eigenes Berufsfeld mit eigenen Bedingungen und Voraussetzungen.
Als Mediator/In vermitteln Sie den MediationsteilnehmerInnen, die alleine und eigenverantwortlich über ihre Sache entscheiden, kommunikative Mittel und Möglichkeiten zur Regelung bzw. Lösung des Konfliktes. Dazu bedarf es einer mediativen Grundhaltung und genauer Kenntnisse der Grundlagen der Kommunikation, der Konflikttheorie, des Mediationsverfahrens und der Mediationstechniken.
Die Basis-Ausbildung vermittelt Ihnen ein umfassendes Grundlagen-Know-how für eine professionelle effiziente Mediation.
Inhalte
"Was Du mir sagst, das vergesse ich; was Du mir zeigst, daran erinnere ich mich, was ich selber tue, das behalte ich."
Der Fokus der 120-stündigen Basis-Ausbildung, in konstanter Lerngruppe, richtet sich auf: a) den Menschen in seinem Selbstbezug und seinem Bezogensein auf andere b) den interaktiven Erwerb des handwerklichen Mediations-Rüstzeuges
1. Teil: Einführung. Grundlagen der Mediation und erste Zugänge zum Verfahren. Der Konflikt.
Inhalte u.a.:
Die vier Säulen der Mediation: die geistig-ethische Grundhaltung der Mediatorin/des Mediators - die Merkmale der Mediation - das Verfahren - die Mediationstechniken. Multidisziplinärer Hintergrund. Geschichte, Anwendungsbereiche, Ziele. Indikation und Grenzen der Mediation. Der erste Fahrplan für das Mediationsverfahren.Konflikttheorie und Konfliktanalyse: Konfliktursachen bzw. -faktoren.Konflikttypen und ihre Unterscheidungen nach Umfeld, Inhalt, Personen/Gruppen, Form der Austragung, Dynamik und Eskalation. Persönlichkeitstypologien. Manipulation im Rollenspiel. Verhandeln und Argumentieren. Orientierungen des Verhandelns nach Macht, Recht, Interessen. Gruppen- und Systemdynamik. Wie interveniere ich? Die Sach- und Beziehungsebene und ihre Entflechtung. Wahrnehmungs- und Entscheidungsmuster des Menschen. Leitbilder der Mediation: Das Harvard-Konzept. Der Transformationsansatz: soziale Lernziele, Persönlichkeitsbildung.
2. und 3. Teil: Die Kommunikation. Mediation als kommunikative Aufgabe. Techniken des Mediators. Das Mediationsverfahren. Praktische Übungen.
Inhalte u.a.:
Die Grundlagen der Kommunikation. Kommunikations- und Diskursmodelle. Verbale und non-verbale Kommunikation. Mediations- bzw. Kommunikationstechniken, Techniken der Moderation und Präsentation. Unterscheidung von Position - Thema - Interesse/Anliegen/ Wunsch (Grundformen des Lebens) und Bedürfnisse/Gefühle (Grundformen des Erlebens).
- Techniken I: Gesprächstechniken (z.B. Paraphrasieren, lch-Botschaften, Fragetechniken, Zusammenfassen, Visualisieren). Umgang mit schwierigen Gesprächs- und mit Krisensituationen. Tipps für die Mediatorin/den Mediator.
- Techniken II: Kreativtechniken (Assoziationstechniken, z.B. Brainstorming, Brainwriting in verschiedenen Varianten. Methode 635. Mind-Mapping. Imaginationstechniken, z.B. Rollenspiel/Simulation. Techniken der systematischen Ideensuche, z.B. Osborn-Checkliste, Umkehrmethode. Bild- und Analogietechniken, z.B. Bisoziation, Bionik. Reizwortmethode. Vernetztes Denken).
- Techniken III: Operationalisierungstechniken (z.B. Integratives Verhandeln. PMO. Ein-Text-Verfahren).
Fallbearbeitung. Praktische Durchführung eines Mediationsverfahrens in Form von Rollenspielen, Kleingruppenarbeit, Simulationen, Demonstrationen. Tatsächliche Fallkonstellationen aus den Bereichen Familienkonflikte, Unternehmensstreitigkeiten, Wirtschaftsverfahren.
- Phase 1: Vorbereitung - Ersttelefonate (Konfliktanalyse) - Einführung - Auftragserteilung. Grundlagen für ein kooperatives Miteinander. Das Setting. Die Mediationstauglichkeit. Organisations- und Spielregeln. Abgrenzung gegenüber anderen Konfliktlösungsverfahren. Mediationsvertrag. Honorarvereinbarung.
- Phase 2: Informations- und Themensammlung.
- Phase 3: Klärung der Bedürfnisse, Interessen, Wünsche als "Königsweg der Mediation".
- Phase 4: Kreative Ideensuche/Bildung von Lösungsoptionen auf der Grundlage der Interessen/Anliegen/Wünsche und der Bedürfnisse.
- Phase 5: Auswahl und Bewertung der Optionen auf der Gerundlage der Interessen als Schritt der Einigung auf eine Regelung oder Lösung.
- Phase 6: Die Mediationsvereinbarung als Dokumentation des Ergebnisses. Die juristische, wirschaftliche, organisatorische, technische, soziale etc. Machbarkeitsprüfung.
4. Teil: Mediation als eigenständiges Berufsfeld.
Inhalte u.a.:
Die weitere Umsetzung des 6-Phasenmodells anhand von Fallbearbeitungen. Praxis und Selbsterfahrung in Kleingruppenarbeit und Rollenspielen. Einzel- und Gruppen-Feedback. Selbst- und Fremdwahrnehmung. Umgang mit Emotionen. Selbst- und Fremdevaluation. Vertiefende Sicht auf das Menschenbild der Mediation, auf die Rolle und das Selbstverständnis der Mediatorin/des Mediators und auf die Ethik der Mediation mit ihren eigenen Standards und Richtlinien. Weitergehende Vermittlung sozialer Kompetenz an die Konfliktparteien zur eigenverantwortlichen Regulierung ihrer Konflikte. Mediation als transformative Chance zur Selbstbejahung und wechselseitigen Anerkennung. Eine neue Streit- und Begegnungskultur. Video-Demonstration.
5. Teil: Spezialformen der Mediation. Rahmenbedingungen. Rechtliche Aspekte.
Inhalte u.a.:
Co- und Team-Mediation. Grossgruppen-Mediation. Grundlageninformationen über mediationsanaloge Supervision, über Intervision und Coaching. Recht und Expertenwissen. Umgang mit und Einbeziehung von Rechtsanwälten. Zusammenarbeit mit Gutachtern vor allem bei Konflikten im öffentlichen Bereich. Interdisziplinäre Kooperationen. Networking. Berufsständische Aspekte. Rechtliche Rahmenbedingungen. Haftung (die Eigenverantwortlichkeit der Parteien für die Regelung oder Lösung des Konfliktes reduziert diese Frage auf wenige Aspekte). Marketing. Werbung. Gebühren/Honorare. Falldokumentation. Die Mediationspraxis in den USA. Wiederholung des kompletten Verfahrensablaufes (Phase 1-6) anhand eines praktischen Falles im Rollenspiel.
Verschiebungen innerhalb der Teile 1-5 bleiben vorbehalten. Der Lehrinhalt als Ganzes ändert sich dadurch nicht.
Umfang
120 Stunden = 15 Tage, verteilt auf fünf Monate, pro Monat ein Wochenende.
Freitag, Samstag, Sonntag, jeweils 9.00 - 18.00 Uhr.
Zertifizierung
Die Ausbildung ist anerkannt vom Europäischen Berufsverband für Eigenständige Mediation EBEM und (für Deutschland) vom Bundesverband Mediation BM. Durch Beitritt zur Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM) und zum Bundesverband Mediation in Wirtschafts- und Arbeitswelt (BMWA) kann die Anerkennung auf BAFM und BMWA ausgedehnt werden.
Maximale Teilnehmerzahl: 15
Ort
Salesianum
St.-Wolfgangs-Platz 11
81669 München
S-Bahn Rosenheimer-Platz
Investition
3.800,00 Euro
MwSt. entfällt aufgrund Befreiung nach § 4 Nr. 21a; bb UStG.
Im Preis enthalten sind Lehrgangs- und Arbeitsunterlagen, Getränke und kleine Stärkungen.
Am Ende der Ausbildung erhalten Sie ein ganz persönliches Feedback.
Mit enthalten ist eine kostenfreie Online-Beratung für die Dauer von zwei Jahren.
Auf Wunsch begleitet Sie ein Mitglied des Ausbildungsteams bei Ihrer ersten Mediation als Co-MediatorIn.